Chronik

Auszug aus der Vereinschronik


Die Wurzel des Oberpfälzer Volksliedkreises liegt bei unserem verstorbenen Volksmusikpfleger und Gründer des OVKs Otto Peisl.

Otto Peisl gebührt das Verdienst, als einer der Ersten nach dem Kriege sich der Volksmusik in der Oberpfalz sammelnd, organisierend, systematisierend und dokumentierend angenommen zu haben. In fast seiner 50jährigen, ehrenamtlichen Tätigkeit hat er mit enormem Engagement dem Volkslied, der Volksmusik, dem Volkstanz, dem Laienspiel, der Mundart und der Trachtenerneuerung zu einer Renaissance sondergleichen verholfen.

1948 begann Otto Peisl in Waldmünchen mit der Volksmusikpflege. Sein erster Höhepunkt war vor über 1000 Besuchern in der Festhalle zu Waldmünchen ein Heimatabend, der von Radio München aufgezeichnet wurde. Auf Anregung von Otto Peisl wurden auch die Waldmünchner Trenck-Spiele ins Leben gerufen.



Am 23.01.1955 gründete Otto Peisl in Fronberg bei Schwandorf den "Oberpfälzer Volkssängerkreis" (OVK). Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Anton Schreiegg, Felix Hörburger, der Volksmusikfreund und Kaplan Helmut Schiekofer, sowie der Komponist und Liedsammler Ernst Kutzer. Auch Hans Seidl, der Leiter der Abteilung Volksmusik im Bayerischen Rundfunk wohnte der Versammlung bei. Zum 1. Vorsitzenden wurde Otto Peisl gewählt. Von den im OVK organisierten Gruppen wurde kein Beitrag erhoben, anderseits hatten die Mitgliedsgruppen eine Reihe von Vorteilen. Sie bekamen vom OVK Notenmaterial zu Verfügung gestellt, Zuschüsse für Instrumentenkauf und hatten die Möglichkeit bei repräsentativen Veranstaltungen mitzuwirken. Zur damaligen Zeit war es der 1. Volksmusikverband in Altbayern. Mit dieser Gründung wurden alle zu dieser Zeit bestehenden und mitarbeitenden Gruppen der Oberpfalz zusammengeschlossen.



1957 nannte sich der Verband in seinen heutigen Namen "Oberpfälzer Volksliedkreis" um.

Die Schwerpunkte in der Volksmusikpflege des OVKs waren und sind bis heute noch, die Bewahrung des Volksliedes und des traditionellen Musizierens, die Förderung der geistlichen Volksmusik, hier insbesondere die Advents- und Mariensingen, die Pflege der Tracht und des regionalen Volkstanzes, sowie die Lebendighaltung des Brauchtums und der überlieferten Volksmusik an Kinder und Jugendliche weiterzugeben.

1988 wurde der OVK in vier Regionen Cham, Regensburg, Schwandorf und Stiftland/Steinwald aufgeteilt.

Seine Gruppen sind gern gesehene Gäste und Mitwirkende bei Veranstaltungen der Behörden, Firmen und Verbänden.

Die Schwerpunkte in der Heimat- und Volksmusikpflege spiegeln sich in der Vielfalt der Veranstaltungen wie:

* Hoagarten, Sitzweilen, Sänger- und Musikantentreffen, Volksmusikabende, Volkstanztreffen, Mundartabende, Kinder- und Jugendsingen

* Advents- und Weihnachtssingen, Passions- und Ostersingen, Maiandachten und Mariensingen

* Soziale Veranstaltungen in und für Alten- und Seniorenheime, Kindergärten und Krankenhäuser Der OVK ist ein Verband zur Pflege und Lebendighaltung echter, überlieferter, Bayerischer und vor allem Oberpfälzer Volksmusik.

 

Von 1994 bis 2012 wurde der Verein von Prof. Dr. Hans Weigert aus Pentling, Lkr. Regensburg, geführt. Während dieser Zeit starben und schieden aus anderen Gründen mehrere Regionalvorsitzende aus. Es gelang ihm nicht für diese Leute Ersatz zu finden. Seit mehreren Jahren sagte Prof. Dr. Weigert, dass er das Ehrenamt des 1. Vorsitzenden aus beruflichen und familiären Gründen nicht mehr ausüben könne. Beider Jahreshauptversammlung am 18.03.2012 in Rötz war niemand bereit sich für die Wahl zum 1. Vorsitzenden zur Verfügung zu stellen.

Von der Versammlung wurde Dr. Wiegert als kommissarischer Vorsitzender eingesetzt um bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung die Umgliederung oder Auflösung des Vereins vorzubereiten. Die Mitgliederversammlung fand am 24.05.2012 in Cham statt. Dabei wurde mit über 3/4-Mehrheit der abgegebenen Stimmen beschlossen, den Verein zu verkleinern und die Regionen aufzulösen. Die ehemalige Region Cham erklärte sich bereit, den Verein im Sinne des Vereinsgründers weiter zu führen aber den Wirkungsbereich auf den Landkreis Cham zu beschränken. Der verkleinerte Verein übernimmt alle Verplfichtungen und behält auch den Namen "Oberpfälzer Volksliedkreis e.V. Cham", Sitz Cham, bei. Die anderen ehemaligen Regionen gründen eigene selbständige Vereine.

Bei der anschließeneden Neuwahl wurde Sepp Krems aus Cham zum 1. Vorsitzenden gewählt.

 

Otto Peisl und die Volksmusik der Oberpfalz


Otto Peisl gebührt das Verdienst, als einer der ersten nach dem Kriege sich der Volksmusik in der Oberpfalz sammelnd, organisierend, systematisierend und dokumentierend angenommen zu haben. In fast 50jähriger ehrenamtlicher Tätigkeit hat er mit enormem Engagement dem Volkslied und der Volksmusik der Oberpfalz zu einer Renaissance sondergleichen verholfen.

Otto Peisl wurde am 23. Oktober 1916 in München-Haidhausen geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Markt Indersdorf bei Dachau. Nach Bäckerlehre und Arbeitsdienst heiratete er als Soldat 1940 Fanny Schmid aus Waldmünchen. Die Familie zog in die Heimat der Frau, wo während des Krieges Otto Peisl seine Fronturlaube verbrachte.

1948 begann Peisl in Waldmünchen mit der Volksmusikpflege. Ein erster Höhepunkt war vor über tausend Besuchern in der großen Waldmünchner Festhalle ein Heimatabend, der von Radio München aufgezeichnet wurde. Durch weitere Volkmusiksendungen und zahlreiche von Peisl vorbereitete Rundfunkreportagen aus dem Bayerischen Wald war Waldmünchen plötzlich in aller Munde. Auf Anregung von Peisl wurden auch die Waldmünchner Trenck-Spiele ins Leben gerufen.

Die von Peisl initiierten Böhmerwaldsingen waren entscheidende Schritte zur authentischen Volksmusik der Oberpfalz. Der Volksmusikpfleger fand in seinem Bestreben Unterstützung bei den Volksliedsammlern Kiem Pauli, Josef Blau, Annette Thoma, Ludwig Simbeck, Ferdinand Neumeier und Klara Huber (der Witwe von Prof. Kurt Huber), beim Musikwissenschaftler Felix Hoerburger sowie bei Alois Fink und Hans Seidl von Radio München.

1955 gründete Peisl in Fronberg vor Schwandorf den „Oberpfälzer Volkssängerkreis“ .Zur damaligen Zeit war es der erste Volksmusikverband in Altbayern. Mit dieser Gründung wurden alle zu dieser Zeit bestehenden und mitarbeitenden Gruppen der Oberpfalz zusammen­geschlossen. Zwei Jahre später nannte sich der Verband in seinen heutigen Namen um: „Oberpfälzer Volksliedkreis“. Heute umfasst der Verband ca. 150 Gruppen in den vier Regionen Cham, Schwandorf, Regensburg und Steinwald/Stiftland.

Peisls Schwerpunkte in der Volksmusikpflege waren die Bewahrung des Volksliedes und des traditionellen Musizierens, die Förderung der geistlichen Volksmusik, hier insbesondere der Advents- und Mariensingen, die Pflege der Tracht und des regionalen Volkstanzes sowie die Kinder- und Jugendsingen. In 26 Langspielplatten und 30 Musikkassetten ließ er die Oberpfälzer Volksmusik dokumentieren. Er förderte auch die grenzüberschreitende Volksmusik, vor allem mit Oberösterreich und Tschechien.

Viele Ehrungen und Auszeichnungen haben Otto Peisl in seinem Bemühen bestärkt. Erwähnt seinen nur der Nordgaukulturpreis der Stadt Amberg, die Goldene Bundesehrennadel des Bundes der Egerländer Gmoin, die Goldene Medaille des Bayerischen Rundfunks, die Bezirksmedaille des Bezirks Oberpfalz, die Medaille für vorbildliche Heimatpflege des Bayerischen Landesvereins, das Bundesverdienstkreuz I. und II. Klasse, der Bayerische Verdienstorden und viele andere Auszeichnungen. Kurz vor Vollendung seines 81. Lebensjahres ist der Volksmusikpfleger und Gründer des Oberpfälzer Volksliedkreises Otto Peisl am 14. Oktober 1997 in Cham verstorben.

Oberpfälzer Volksliedkreis e.V. Cham, Prof. Dr. Hans Weigert

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